Die Angst nutzen und von ihr lernen

Entscheidungen treffen mit der Angst im Nacken

Niemand entscheidet sich freiwillig auf diese Welt zu kommen. Du wirst hinein geboren und dann flüstert dir die Welt zu: „Schau, wie du nun klar kommst.“ Und nachdem du wohl behütet aufgewachsen bist, ist es irgendwann an der Zeit die ersten Entscheidungen zu treffen.

Zum Glück verzeiht das Leben dir viele kleine Fehler und du lernst aus Fehlentscheidungen, aus denen du gestärkt hervor gehst. Du bist stärker als je zuvor.

Und trotzdem gibt es kein Zurück mehr. Jede Entscheidung hat Auswirkungen auf dein Leben und diese kannst du nicht ungeschehen machen. Der Gedanke, was wäre gewesen wenn, macht solche Entscheidungen nicht einfacher und sich damit abzufinden, kann in vielen Momenten verdammt hart sein. Wenn ich darüber nachdenke, macht mir dieses Gebilde aus eigenen Entscheidungen wirklich Angst. Zieht doch jeder Entschluss unveränderbare Konsequenzen mit sich.

Beim Leben geht es nicht darum das perfekte Leben zu führen, sondern aus dem eigenen Leben auf dieser Welt das Beste zu machen. Zumindest jetzt, wo man schon Mal hier ist… Auch wenn das nicht immer ganz leicht ist.

Aber wie zum Teufel schaffe ich das?

Ich habe gehört, dass sterbende Menschen oft davon sprechen, dass sie niemals bereut haben, was sie im Leben getan haben, sondern nur das bereuen, was sie nicht getan haben.

Rückblickend gibt es in meinem Leben bisher auch keine Abzweigungen, die ich wirklich bereue. Klar, manches würde ich aus heutiger Sicht sicher anders machen, aber die Entscheidungen, die ich im Laufe meines Lebens treffen musste, haben mich dorthin gebracht, wo ich heute bin. Und hier bin ich gerade recht zufrieden. Wie sieht das bei dir aus?



Stoppe die Angst oder die Angst stoppt dich

Oft verspüre ich Angst. Von banalen Dingen bis hin zu Ängsten, die vermutlich jeder verspürt. Angst vor Spinnen. Angst vor dem Bösen im Menschen. Angst davor mich zu blamieren. Angst vor Naturkatastrophen. Angst geliebte Menschen zu verlieren. Angst zu lange zu leben. Angst früh zu sterben.

Kommt dir etwas davon bekannt vor? Eine endlose Liste, die jeder befüllen könnte und die bei jedem anders aussieht. Die Angst lauert ständig in deinem Nacken und droht damit dich in den unpassendsten Momenten zu überfallen.

Aber hindert mich diese Angst davor freie Entscheidungen zu treffen oder treibt sie mich an?

Die Frage habe ich mir immer wieder gestellt. Ich wusste nicht, ob mich manche Ängste in Zukunft daran hindern würden, gewisse Dinge zu erleben. Deshalb beschäftigte ich mich mit der Frage, ob ich irgendwann frei von meinen persönlichen Ängsten durch das Leben gehen würde.

Alle raten dir immer, dass du dich deinen Ängsten stellen musst. In gewisser Weise macht das wahrscheinlich Sinn. Nämlich dann, wenn du dir selbst im Weg stehst und die Angst dich an einer Sache hindert, die du wirklich willst.

Jahrelang habe ich ebenfalls versucht mich gewissen Ängsten zu stellen. Irgendwann kam mir ein Gedanke: Vielleicht will ich die Dinge gar nicht, von denen ich immer dachte, dass ich sie will … In den Momenten hat mich die Angst davor bewahrt diesen Schritt zu gehen und das war im Nachhinein gut so.

Ab diesem Zeitpunkt traf ich eine bewusste Entscheidung.

Ich will die Welt erleben, in der Natur sein, frei und unabhängig sein. Ganz bewusst habe ich mich für diesen Lebensentwurf entschieden. Und trotzdem ist die damit einhergehende Ungewissheit in einigen Situationen beängstigend. Freude und Leid liegen eben oft beieinander: Manchmal hat man Angst und manchmal erlebt man pures Glück. Vielleicht macht gerade dieser Wechsel das Leben aus. Alles mitnehmen und aus diesen Erfahrungen schöpfen.

Die Zeiten der Angst und des Zweifelns überstehen, weil du weißt, dass in der Vergangenheit auf dunkle Zeiten immer wieder Phasen des Glücks folgten und damit wieder bessere Zeiten kommen werden. Die Zeiten des Glücks lassen sich nämlich nur dann erkennen, wenn die zuvor schlechten Zeiten durch gestanden wurden und an ihnen gewachsen ist.



Ein Rezept gegen die Angst?

Ein Geheimrezept für ein erfülltes und glückliches Leben ohne Angst – gibt es das? Ein ultimatives Rezept, wie du ohne Angst durch das Leben kommst, wird es wahrscheinlich nie geben. Wenn doch, sag mir umgehend Bescheid.

Aber einen Tipp gibt es: Nicht so viel über das Morgen grübeln. Vergangenes lässt sich nicht ändern und wer weiß schon, was morgen ist. Heute ist der Tag der Entscheidung und zumindest vor der Entscheidung diesen Tag auszukosten und für irgendetwas zu nutzen, dass du magst, brauchst du keine Angst zu haben.

Ein glückliches Leben benötigt eine ordentliche Portion Unbekümmertheit. Als Kind hast du auch nie an Morgen gedacht, sondern das Hier und Jetzt genutzt und diese Unbeschwertheit solltest du dir bewahren und unbedingt täglich ins Gedächtnis rufen.



Das Jetzt nutzen

Nicht zu vergessen, dass du der eigene Boss deines Lebens bist. Du willst eine neue Sprache lernen, neue Freunde finden oder einen besseren Job haben? Dann darfst du dich nicht hinsetzen und darauf warten, dass diese Dinge von alleine geschehen oder irgendwer deinen Wunsch für dich organisiert. Von nüscht, kommt nüscht. Ein leidiger Satz, dessen Inhalt lästig, aber für ein erfülltes Leben unausweichlich ist.

Du musst dir selbst in den Hintern treten, an dir arbeiten, dass du endlich aufstehst, in die Welt hinaus gehst und tust worauf auch immer du gerade Lust hast.

Es ist nie zu spät um Pläne zu machen, eine Möglichkeit zu finden diese umzusetzen und aus einem Gedankenspiel Realität werden zu lassen. Dadurch gibt es etwas, wofür es sich lohnt morgens aufzustehen und den eigenen Fortschritt, das Durchhaltevermögen und das Durchsetzen eines Plans in naher Zukunft zu bewundern. Dies gilt für jede Phase des Lebens. Nichts wie los!

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